03.03.2017

15.15

Ich habe nun wieder eine Woche nichts geschrieben.

Alte Gewohnheiten schleifen sich schon wieder ein. ich nehme mir einfach nicht die Zeit, meine Gedanken zu sortieren. Das schreiben hier hilft mir eigentlich dabei. 

Inzwischen haben wir mit den Kindern gesprochen. Janneck musste jedoch überredet werden sich am Dienstag Morgen dafür Zeit zu nehmen. Die Großen hatten noch frei (Karneval) und Lenja kam erst mittags aus der Schule.

Das Wochenende zuvor habe ich in der Klinik übernachtet. Am Samstag hat Ruth mich zum Sprechen eingeladen. Sie hatte Nachtdienst und ich bin zum Kaffee gekommen. Die Großen waren Karneval feiern und Lenja über Nacht bei Kerstin.

Wir haben uns gute zweieinhalb Stunden unterhalten, was wir über die Situation denken und wie wir den Kindern die Trennung vermitteln. Das war gut für die Vorbereitung auf Dienstag.

Die Großen waren nicht überrascht, Luca hat aber, glaube ich, sehr große Probleme damit. Sie ist für ihre Verhältnisse sehr still und zurückhaltend, fühlt sich in einer hilflosen, typischen Sandwich-Kind Situation. Kann noch nicht mit entscheiden und gestalten wie Janneck und ist doch nicht so klein und Schutzbedürftig wie Lenja. Ich glaube sie ist mit ihrer Stellung nicht zufrieden. 

Ich habe sie gebeten und aufgefordert miteinander zu reden, sich über die Möglichkeiten der mittelfristigen Zukunft in Schwafheim auszutauschen. Und vor allem Luca mit einzubeziehen.

Janneck hat den Schalter zur Zeit in der Hand. Wenn er bleiben will, können die anderen auch bleiben, geht er, ist Schwafheim wahrscheinlich für den Rest nicht zu halten. Rein aus finanzieller Sicht.

Das Gespräch mit den Großen lief gefasst und ruhig ab. 

Schlimmer war es mit Lenja. Ruth konnte nichts sagen. Ich habe es ihr erklärt. Erst Nicken und Zustimmung, dann die Tränen.

Es war schwer auszuhalten. Ruth hat es fast zerrissen.

Ich wollte danach eigentlich noch Papierkram erledigen. Ich konnte es nicht mehr. Noch nicht einmal wegen Lenja, ich habe es in dem Haus nicht mehr ausgehalten. Übelkeit, Enge, Atemnot, Wortfindungsstörungen, - Ich musste weg. Ich habe mich schnell verabschiedet und bin früher als nötig wieder zurück gefahren. 

Beim Abschied von Ruth musste ich selbst sie noch trösten. Ihr fällt das alles unendlich schwer.

Am Abend habe mich für den überstürzten Abgang entschuldigt und ihr die Buddha Geschichte von den beiden Akrobaten geschickt. Ich hatte mich beim Abschied darauf bezogen und ihr die Geschichte noch gar nicht erzählt.

Über Ihre Antwort habe ich mich sehr gefreut. Sie sagte, dass es ihr sehr gut tat.

Die drei Tage danach (bis heute) war ich irgendwie durch den Wind. Konnte regelmäßig nicht einschlafen, habe schlecht geschlafen, und tagsüber gerädert und müde. Antriebslosigkeit machte sich breit.

Ab heute muss ich aber wieder in die Hufe kommen. Morgen zu Wolfgang, mit ihm die Wohnung bei seiner Mutter ansehen, danach zu Andrea, Möbel anschauen, die sie für mich aufheben würde, und anschießend zu Kerstin. Dort schlafe ich dann auch. Am Sonntag bin den ganzen Tag bei den Kindern. Ruth ist zu einem Chortag. Ich werde mich mit Lenja um Jannecks Geburtstagsbuch kümmern. ich bin gespannt, wie ich den Sonntag verpacke.