02.02.2017

23.00

Letzte Nacht spät eingeschlafen, dann aber fast durch geschlafen. Ein kleiner Teilerfolg.

Heute habe ich mich den Ganzen Tag auf den Besuch von Ruth vorbereitet. Am Morgen schon war de Magen eng. Beim Walken wurde der Kopf ein wenig frei. Nach dem Mittag wurde es langsam eng. Duschen, danach habe ich einen Termin mit Frau Brudereck für Mitte März zum kennen lernen gemacht. Kaffee trinken und ein wenig ablenken mit meiner Hausaufgabe Selbstbild. Ich wollte die Angst Meditation nicht zu früh, aber auch nicht zu spät machen. Also war so um ca. 15.00 Uhr der richtige Zeitpunkt. Und sie hat wieder voll zugeschlagen. Vor allem mein Oberkörper vibrierte regelgerecht danach und Arme und Beine kribbelten. Was für aufgestaute Energien schleppe ich da mit mir rum? Und das ist nur die Verlassensangst. Danach ging es aber wieder besser und ich hatte Hunger. Drei Stücke Butterkuchen habe ich gegessen. Dann wieder ablenken mit Selbstbild und auf Abendessen warten. Danach wurde es Ernst. Sie hat sich für 20 vor 8 angekündigt.

Ich habe sie am Parklatz abgeholt und wir habe uns in einen der Therapie Räume gesetzt.

Zuerst organisatorischer Kram, Finanzen, Kinder, Vorstellungsgespräche von Janneck, Krankenschein, Post und so weiter.

Dann, ob, wann, wie Angehörige mit einbezogen werden können.

Mein Stichwort. Ich habe gesagt, dass ich noch keine Vorstellung habe und wir ggf. auch Gesprächsbegleitung oder Moderation bekommen können. Doch ich könnte ihr sagen, was bisher bei mir passiert ist.

So habe ich ihr, zu meiner Überraschung,  lange und in offener ruhiger Atmosphäre erzählt, was ich mir für, in erster Linie, mein Leben aber auch für unser Leben vorstelle. Über meine Ängste, mein Minderwertigkeitsgefühl, mein Erarbeiten, mein Mangelgefühl an Liebe und Zuwendung und so weiter. Und dass ich diese Zustände und Gefühle nicht mehr zulassen und abbauen will. Das ich hören will, was mir gut tut. Das ich darauf hören will, was mein Herz mir sagt.

Über die Annahme der Vergangenheit, die so schwer fällt, über die großen Gefühle der Liebe und Dankbarkeit für diese Zeit.

Auch das wir es nicht anders konnten und es so gut gemacht haben, wie es eben ging.

Und ich habe sie immer wieder gebeten, genau so auf das hören was sie will, was ihr Herzenswunsch ist.

Alles sehr abstrakt und noch kein Plan wie es mal werden soll, oder wie die Gestaltung aussehen und angegangen werden kann.

Ihr abschließendes Feedback hat mir gezeigt, dass ich sie in diesem Gespräch erreicht habe. Ich hoffe auf eine Art, die meine Liebe und Achtsamkeit, ihr und mir gegenüber, deutlich gemacht hat.

Halb Zehn hat uns die Nachtschwester rausgeschmissen. Wir haben uns mit der Absicht, regelmäßige Besuche und Gespräche zu führen, verabschiedet.

Die Vorbereitung hat sich gelohnt. wir hätten noch länger reden können. Und es hat so gut getan. Mein Mund war kaum trocken und meine Stimme meistens fest, deutlich und klar formuliert. Dafür kann ich mich jetzt auch mal loben.

Gut gemacht, Guido. Du hast ihr viel vermittelt von dem , was dir wichtig geworden ist, und bleiben soll.

00.00 Licht aus.