31.01.2017

20.00

Wieder schlecht geschlafen. Ich habe Ruth gestern Abend noch per Whatsapp geantwortet. Konnte wieder nicht einschlafen und bin mehrmals wach gewesen und hab aufs Handy geschaut. (Sie hatte Nachtdienst). Nichts. Keine Rückmeldung. Auch heute nicht.

Stimmung am Morgen genauso mies wie gestern. Sie wurde im Laufe des Tages immer bedrückter. Da half kein Walken, kein Sport (hat mich aber ein wenig abgelenkt) und keine Ergo (Ich bin mies in Memory). Das Einzelgespräch am Morgen hat mich auch nicht wesentlich bereichert. Die junge Therapeutin sagt von sich selber, dass sie wenig Erfahrung habe. Kurzer Abriss meiner Situation und das ich im Moment nicht weis, wo die Glocken hängen. Weder bei mir selber, noch in der Beziehung. Vorige Woche, als ich hier ankam, sah das für mich noch anders aus. Jetzt ist da nur ein großes Loch. Gefüllt mit Angst und Schmerz. Fazit vom Gespräch: Ich soll mir ein Selbstbild machen und mir nächste Schritte für meine Beziehung überlegen.

Das Zweite werde ich noch vertagen. Ich habe keine Ahnung und keinen Plan.

Das Erste Hab ich erstmal gegoogelt. Was gehört dazu? Und welches Selbstbild? Das, das ich von mir hatte oder das welches ich gerne hätte? Ich werde versuchen, mir das ein wenig in MindMap zusammen zu stricken.

Am Nachmittag wurde die Stimmung noch mieser. Ich habe mich aufs Bett gesetzt und mir die Angst Meditation angehört.

Ich habe es kaum ausgehalten. In 16 Ängste konnte man sich hineinfühlen. Mindestens 12 waren für mich Hauptgewinne.

Ich habe sie gespürt,habe sie gesehen, weit weit zurück lagen sie und ich habe sie auf einer Leinwand gesehen. Und alle haben mein Leben bisher bestimmt, regiert, gesteuert. Verlustangst vorne weg. Angst zu kurz zu kommen. Angst zu versagen. Angst zu wenig Liebe, Zuwendung zu bekommen, Angst Verantwortung für MICH zu übernehmen, Angst vor Krankheit, Angst eine Job zu behalten, Angst nicht mithalten zu können, Angst vor Ausgrenzung, Ablehnung.....

Meine Brust und der Bauch waren ein einziger harten Klumpen. Das Atmen viel mir schwer. Die Augen liefen über.

Ich habe ihn gesehen, den breiten hellbraunen Ledergürtel mit drei großen Schnallen übereinander der um die Mitte meines Körpers geschnallt ist und mir die Luft nimmt. Mir viel es schwer gegen Ende noch konzentriert zuzuhören, um die Spannung auch wieder aufzulösen. Ich war knapp davor abzubrechen. Doch die Meditation ist gut gemacht. Mit den farbigen Lichtströmen habe ich so meine Schwierigkeiten. Aber das kommt bestimmt noch. Zum Schluss hat es sich gut angefühlt und drei Taschentücher waren durch. Ich werde dort noch mehrmals und regelmäßig durch müssen, bis ich auch die Wandlung der Ängste wirklich nachspüren kann. Auch muss ich erst noch die neuen, anderen Wege finden, die ich, statt die der Angst, gehen kann.

Das war heute ein positives, wenn auch schmerzhaft und anstrengendes Erlebnis.

Ich fühle, ich lebe, ich kann lieben, ich kann vertrauen, ich kann und ich will ändern, und es arbeitet, es bewegt sich.

Die Stimmung kam danach etwas hoch. Doch meine Gedanken um Ruth und mich holten mich kurze Zeit später wieder ein.

Ob sie ebenfalls.... - Nicht meine Entscheidung. 

Ich hatte heute schon vermutet, dass mir hier Placebos verabreicht werden, da die emotionale Ebene bei mir langsam aber stetig immer wieder die Oberhand bekommt. Ich hoffe es ist "nur" eine Wellenbewegung und es geht auch wieder anders.

21.00