28.01.2017

09.00

Gestern war ein typischer 1. Tag im Krankenhaus, mit Blut abnehmen, EKG, Visite und sonst kein Programm. Geschlafen habe ich die erste Nacht nicht gut. Konnte nicht einschlafen und bin zig mal aufgewacht. Kein wirklich erholsamer Schlaf.

Hier gibt es unter der Woche je eine Morgen- und Abendrunde. Der Vormittag gestern war stimmungsmäßig nicht toll. Ich schaffe es nicht, mich nur um mich zu kümmern. Immer und immer wieder kreisen meine Gedanken um meine Beziehung zu Ruth, vor allem um Annahmen und negative Gefühle die ich in sie hineininterpretiere. Die Ungewissheit und Angst, und meine eigene Unsicherheit über das, was und wie ich es will, und auch die Gefühle von Verletztheit und Zurückweisung, kriege ich nicht unter Kontrolle, kann sie nicht "verwandeln". All das drückt ziemlich auf meine Stimmung. Ich habe sie in WhatsApp stumm geschaltet (kommt eh nichts) und schaue auch nicht mehr in meinen (ihren) Kalender. Vielleicht hilft es.

Am Nachmittag und Abend habe ich mich mal wieder mit dem Buch beschäftigt. 5.Meine Entscheidung. Die Kapitel, die ich alle schon gelesen habe, gehe ich nochmal durch und fasse das Wesentliche für mich unter Gedanken zusammen. So konnte ich mich von dem Gedanken Karussell ein wenig ablenken. Ich bin bei der Liste aller Menschen in meinem Leben, die mir begegnet sind und mich geprägt haben. Bis die vollständig ist, werden wohl noch einige Tage vergehen.

 

Heute ist Samstag und die Station lichtet sich langsam. Wochenendübernachtungen. Geschlafen habe ich besser, aber das ständige Aufwachen in den frühen Morgenstunden nervt. Am Mittag kommen Kerstin und Mutter zu Besuch und das Auto abholen. Den Rest der Zeit werde ich wohl mit dem Buch und schreiben verbringen. Karsten und Christine habe für heute abgesagt. Ich möchte im Moment mehr Ruhe haben. Da reicht mir ein Besuch. Von der Familie habe ich jetzt einen Tag nichts gehört. Ich werde mich auch nicht melden. Abstand ist für meine Gedankenwelt, denke ich nötig. Auch wenn es mir schwer fällt. Ich werde es mit den Meditationen versuchen.

 

22:00

Kerstin und Mutter waren hier. Sie haben mir eine Fleece Jacke und ein Sweet Shirt mitgebracht. Dann sind wir ins Cafe von Maria Hilf gegangen Kaffee trinken. War nett und auch nicht sonderlich anstrengend.

Wieder zurück habe ich mich sehr intensive mit Patrick, meinem Zimmergenossen unterhalten. 30 Jahre alt und eine ganz andere Geschichte als meine. Sehr intensive und interessant war dieses Gespräch, auch für mich. Mal zu reflektieren und sehen, wie ich im Gespräch auf andere wirke, und wie gut ich wirklich zuhören kann. Gar nicht so einfach, da hier jeder seine Packen hat und mitteilungsbedürftig ist. Es hat trotzdem gut getan, sich einfach mal Zeit für solch ein Gespräch zu nehmen. Ich habe ein großes Problem damit, dass alles "so lange" dauert. Mir Zeit nehmen und zu akzeptieren, dass es jetzt für mich nichts anderes zu tun gibt, als mich um mich selber zu kümmern, fällt mir äußerst schwer.

Meine Familie hat sich heute einen weiteren Tag nicht gemeldet. Heut war Kindergeburtstag mit Eislaufen in Grefrath.