22.01.2017

21.30 Uhr

Ich bin jetzt seit Freitag Mittag bei Birgitt und Wolfgang zu Gast. 

Die Entlassung aus Rheinberg hat problemlos geklappt und ich war am selben Tag noch bei Dr. Zuhelle um mir einen Krankenschein, das Medikament und eine neue Einweisung für Krefeld abzuholen. Danach habe ich mir gleich das Medikament besorgt, die Krankenscheine zur Post gebracht und mich auf den Weg nach Bottrop gemacht.

Es war ein komisches Gefühl nicht nach Hause zu fahren. Bevor ich bei Wolfgang durchgerufen habe, bin ich einen Kaffee trinken gegangen und habe mir in der Stadt bei H&M noch Unterhosen besorgt.

Ich schlafe hier im Keller, in Wolfgangs Musik Zimmer. Absolut ruhig mit eigenem Bad und Dusche. Die Beiden sind super nett und einfühlsam. In den letzten drei Tagen bin ich wieder viel spazieren gegangen. Der Freitag ging so. Gut geschlafen habe ich nicht, obwohl kein schnarchen oder Apnoe Apparat mich gestört hat. 

Der Samstag war Scheiße. Ich habe am Morgen direkt mit Ruth telefoniert, das sie geschrieben hat, es sei wichtig.

Es ging um den Blog. Sie Hätte eine schlaflose Nacht gehabt und mit Luca zuvor ein Gespräch, in dem deutlich wurde, wie sehr sie unter der Situation jetzt leidet. Und das es nicht gut wäre, wenn ich am Samstag Abend käme um meine Sachen zu holen. Ich war bemüht ihrem scharfen Ton mir gegenüber die Kraft zu nehmen, indem ich ihr meine Absicht mit dem Blog nochmal erklärte und das es kein Ding ist, das zu ändern und den Blog abzuschalten. Dennoch viel mir diese Gespräch wieder sehr schwer, da ich auf der einen Seite wissen wollte, was die Kinder bewegt, auf der anderen ich aber auch wusste, dass das im Moment nicht mein Ding ist. Viel lieber hätte ich gewusst, was in Ruth vorgeht. Sie hat allerdings wieder nur die Kinder vorgeschoben und dabei unsere Situation mit "nichts geht so weiter / ist so wie vorher" wenn ich wieder zurückkomme kommentiert. Nur was? Was ist Ihre Position? Ihre Vorstellung? Ihre Gedanken / Gefühle? - Fehlanzeige.!!

Zum Abschluss noch die Frage wie es mir geht, ob ich schlafen konnte und wie wir den Dienstag regeln. Der Ton war wieder gemäßigt. Danach hatte ich wieder einen trockenen Mund und meine Gedanken fuhren den ganzen Tag Achterbahn.

Zum Glück haben die Gespräche mit Wolfgang und auch Birgitt in den vergangenen Tagen mir geholfen, wieder zu reflektieren und mir meine Grundhaltung zu meinem alten und hoffentlich neuem Tun zu verdeutlichen. 

Ich will mein Tun un Denken nicht mehr von Angst und Verdienst leiten lassen. Ich will Liebe und Vertrauen leben. In der Familie, bei den Kindern, bei Ruth, bei Wolfgang und Birgitt (hier funktioniert es)....Es fällt mir nicht leicht, doch die daraus resultierenden Gespräche geben dem Allem Recht. Ich weiß aber auch, es wird mir überall leichter fallen als bei Ruth.

Und genau das, muss das Thema der kommenden Wochen sein. Damit ich einen inneren und äußeren Rahmen finde, in dem ich meiner Familie wieder begegnen kann.

Der Sonntag war ganz entspannt und ich kann auch wieder schreiben.

Janneck hat mir die CD's gerippt und geschickt. Ich werde gleich noch reinhören.

Morgen früh werde ich nach Hause fahren und mir frische Sachen holen. Ich sehe zu, dass ich Ruth nicht begegne, sie hat Yoga. Danach noch kurz zum Frisör. Da komme ich die nächsten Wochen nicht hin.

Vielleicht schlafe ich heute mal ein wenig länger durch. Vielleicht bleiben meine Gedanken heute Nacht mal in diesem Tagebuch.