14.01.2017

Gestern Abend habe ich bis nach 20.30 mit Ruth telefoniert. Danach hatte ich einen trockenen Mund und meine Gedanken schossen ein wenig hin und her. Deshalb habe ich kein Tagebuch mehr geschrieben. Es hätte zu lange gedauert meine Gedanken zu ordnen un sie hier zu erfassen. Ich wollte dann doch eher an ausreichen Schlaf kommen und bin zeitig ins Bett und habe noch ein wenig in dem Buch gelesen. Doch auch hierzu habe meine Notizen erst heute im Laufe des Tages zusammengetragen.

Zurück zu dem Telefonat. Ihr Unmut über die nicht auffindbaren Ablesekarten und dem Abfallkalender waren nicht zu überhören und haben mich völlig verunsichert. Beides hat sich jedoch im Laufe des Gespräches wiedergefunden. Die Karten in meinem zugeklappten Laptop, der Kalender da, wo ich vermutet habe, ihn abgelegt zu haben.

Das nächste Thema war der Aufnahmetermin in Krefeld. Wie ich mir das vorstelle, wie das mit einer Entlassung hier und der Aufnahme dort für mich von statten gehen kann. Wenn ich zwischendurch nach Hause käme, hätte Lenja wohl damit große Probleme. - Für ein paar Tage da und dann wieder weg.

Ich denke aber zwischen den Zeilen gehört zu haben, das Sie es nicht möchte oder gut findet, wenn ich nach Hause käme.

Ihre Beweggründe mag ich nicht einschätzen. Im Gespräch wurde mir auch erst richtig bewusst, das an dem betreffenden Wochenende Karsten's Geburtstagsfeier, Luca's Party, und Familienkaffee für die Mädels Geburtstage stattfinden.

Nur wenn ich eine Überweisung brauche, muss ich am Montag zum Kokorsch und ich weiß nicht, ob ich die Selbstentlassung und Kokorsch allein am Montag hinkriege. Wenn ich es vorher anleiere, werde ich wahrscheinlich vor dem Wochenende entlassen. Und dann? Will ich wirklich für die 3 Tage nach Hause? Voll Termine? Besuch? - Eigentlich nicht. Ruth hatte aber auch keine Lösung parat. Wir haben uns damit auf später vertagt und jeder sollte sich dazu Gedanken machen.

Wir haben dann noch über diese und jene Alltäglichkeit in ihrem Umfeld mit den Kinder gesprochen. Ich habe mich dann auch nach ihrem Befinden in dieser Situation gefragt. Ob sie auch noch ihre Freiräume und Pausen hat. Sie sagte es sei ja fast nichts anderes als sonst und sie sieht zu, dass sie ausreichend Schlaf bekommt und sich ihre Freiräume nimmt.

Das ich ihr sagte, dass das Gespräch mir gut getan habe schien ihr unbehaglich zu sein.

Mir ist dieses Telefonat im nachhinein schwer gefallen. Ich hatte danach einen trockenen Mund (mir ist die Spucke weggeblieben) und ich brauchte längere Sprach- und Denkpausen. Ich überlege zuviel wenn ich mit ihr rede. Ich bin übervorsichtig. Ich wäge hin und her. Ich achte auf ihre Wort und Tonwahl. ich überlege zuviel was ich sage. Dann bricht doch meine Stimme ein bei einer Situationsbeschreibung meinerseits.

Ich bin ihr gegenüber völlig verunsichert. - Die ANGST - Da ist sie wieder.

 

Gestern war ich keine Unterwäsche kaufen, sondern nur bei REWE Süßigkeiten und Socken holen.

Dafür bin ich heute Shoppen gegangen, Innenstadt rauf und runter, Unterhosen, T-Shirts, 2 Sweatshirts und eine Geburtstagskarte samt Wichtel für Lenja und Briefumschläge und Marken für den nächsten Krankenschein. Die Karte werde ich am Montag abschicken, damit sie rechtzeitig da ist.

 

Heute Abend waren Birgitt und Wolfgang hier. Ein wenig Bammel hatte ich schon. Ich glaube ich war auch ziemlich Finger- 

Nervös. Trotzdem war es ein sehr angenehmer Besuch. ich habe mich sofort wohl gefühlt und konnte frei raus erzählen was mir widerfahren ist in der letzten Zeit. Ich habe nicht gedacht, dass ich tatsächlich, wenn auch nur kleine Anzahl aber dafür sehr wertvolle Freunde habe. Ich habe mich noch nichteinmal selber getraut sie von meiner Kriese zu unterrichten und dennoch sind sie für mich da. Ich kann mich glücklich schätzen. Im wahrsten Sinne des Buches das ich gerade lese.

Zum Punkt für heute: Sie haben mir angeboten, dass ich bei ihnen Asyl finde, falls das mit der Verlegung nicht klappt.

Ich brauche mir also keine Sorgen um das kommende Wochenende zu machen. Ruth habe ich noch nicht unterrichtet.

Das werde ich morgen tun.

Evtl. kommt Claus morgen vorbei.

23.00 - ich sollte ins Bett gehen