09.01.2017

Die letzte Nacht habe ich mir ein Schlafmittel geben lassen und habe mich um 21.00 Uhr hingelegt. Das Gespräch mit Ruth hat dermaßen viel Kraft gekostet, dass ich völlig erschöpft war.

Die erste Hälfte der Nacht habe ich ganz gut geschlafen, ab 4.00 war ich jedoch wach und habe nicht mehr schlafen können.

Nach dem Besuch von Ruth, Janneck und Lenja ist Claus noch gegen 19.00 Uhr gekommen. Das Abendessen habe ich ausfallen lassen. Seit ich gestern schlafen gegangen bin habe ich das Handy im Flugmodus und auch dies Tagebuch schreibe ich offline. Ich möchte dadurch meine Gefühlslage nicht unnötig noch weiter verwirbeln durch Erwartungen und Enttäuschungen indem ich ständig auf Status und Online Meldungen starre.

Ohne das Antidepressivum wäre ich heute wahrscheinlich in einem ähnlich schlechten Zustand wie zu Neujahr. Ruths Frage nach der Perspektive unserer Beziehung konnte ich nur mit einem Seelenstrip meiner derzeitigen Gefühle beantworten. In solch einer Intensität habe ich noch niemals über mein Innerstes gesprochen. Und immer mit dem Versuch sie nicht in Bedrängnis zu bringen. Ich bin dabei an die Grenze meiner Kräfte gestoßen. Tiefer geht es nicht mehr und habe nun solch eine Angst sie dennoch nicht erreicht zu haben.

Ich wünsche mir so sehr, dass unter den tiefen Rissen unserer Beziehung auch bei ihr etwas erhellt wird, was uns dennoch verbindet.

Vor den Gefühlen die kommen werden und der Zeit des Abstandes habe ich Angst. Einsamkeit, Ungewissheit und Unsicherheit beherrschen meine Gedanken. Ich habe kein inneres Zuhause mehr.

 

Die Therapeutin ist bis Mittwoch krank geschrieben. Ich werde mich jetzt um eine Alternative zu dieser Klinik bemühen.